| AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DES BRAUPROZESSES
|
|
Erstinbetriebnahme der Braxonia®
|
Nach Lieferung der Mikrobrauerei muss
diese ausgepackt und angeschlossen
werden.
Als Anschlüsse sind Leitungswasser,
Strom (Anschlusswerte beachten! Bitte
vorher Elektriker fragen.)
und Abwasser (z.B. Ablauf in ein Becken
oder in einen Beckenanschluss)
erforderlich.
Eine Waschmaschine oder ein
Geschirrspüler werden auf die gleiche
einfache Weise angeschlossen.
Nach der Vorbereitung der Anlage
(Auffüllen von Wasser für die Kühlung
und die Heißwasserbereitung) ist die
Anlage nach der Verbindung mit dem PC
betriebsbereit.
Es empfiehlt sich, neben der Anlage eine
Abstellfläche (Tisch) zur Verfügung zu
haben.
Die Anlage ist vor (und nach) jedem
Brauvorgang zu reinigen, was bei den
Braxonia®-Mikrobrauereien durch die
hochwertigen Werkstoffe sehr einfach ist.
Spezielle Reinigungsmittel können
mitgeliefert werden.
Wenn Sie ein Rezept gewählt und die
Zutaten (Malz, auch verschiedene Malze;
Hopfen; Hefe) bereitgestellt haben, kann
es losgehen. Die Wahl der Zutaten hat den
stärksten Einfluss auf das Ergebnis. |
|
|
1. Schroten des Malzes
|
In der Regel erhalten
Sie das Malz ungeschrotet. Sie müssen es
dann selbst mit einer Malzmühle, auch
Schrotmühlen genannt, schroten, nicht
mahlen. Beim Schroten wird das Innere des
Korns zugänglich.
Die Spelzen, die Kornwände, sollen möglichst nicht -
oder nicht zu sehr - zerkleinert werden, weil sie
später einen nicht gar zu feinen Filter bilden sollen.
|
|
|
2.1. Einmaischen
|
Der Brauvorgang
beginnt mit dem Einmaischen, d.h. das
Malz wird in das Brauwasser gegeben.
Als Brauwasser reicht für unsere Zwecke
normales Leitungswasser in der Regel aus. Zuerst ist das
Einmaischwasser zu bereiten. Das ist das
Wasser, in das das Malz gegeben wird.
Dieser Prozess (das Malz in das
Einmaischwasser geben) heißt Einmaischen
und erfolgt bei der
Einmaischtemperatur (ca. 30°..40°C).
Das Einmaischwasser kann, bevor es
erwärmt wird,
einen Aufbereitungsprozess durchlaufen
(dafür werden wir, wenn erforderlich,
eine Wasseraufbereitung
liefern können).
|
|
|
2.2.
Maischen
|
Im Maischprozess
erfolgt die Umwandlung der im Malz
enthaltenen Stärken in vergärbare
Zucker
mit Hilfe von Enzymen. Je nach
Temperaturstufe wirken andere Enzyme mit
anderem Ergebnis,
wodurch der Geschmack gezielt (wenn auch
nicht stark) beeinflusst werden kann.
Dabei hilft die sehr genaue
Temperaturregelung der BRAXONIA-Anlagen.
Die Maische ist das Gemisch
aus Malz und Wasser. Die Maische wird
stufenweise erwärmt, wobei bestimmte
Temperaturen
über festgelegte Zeiten gehalten werden.
Dieses Halten einer Temperatur der
Maische über eine
definierte Zeit heißt Rast (der
Maische). Bei den meist drei
aufeinanderfolgenden Rasten wirken
jeweils andere Enzyme optimal und wandeln
die Stärke des Malzes in Zucker um. Das
Maischen kann
dann abgeschlossen werden, wenn keine
Stärke mehr in der Maische nachweisbar
ist.
Dieser Nachweis wird mit der Jodprobe
geführt, wofür ein wenig Maische
abgenommen und mit Jod
versetzt wird. Erfolgt keine
Farbänderung (Blaufärbung) mehr, ist
alle Stärke in Zucker umgewandelt,
und der Maischvorgang kann beendet
werden. Sets für die Jodprobe werden mit
den Anlagen als
Zubehör geliefert. |
|
|
3. Läutern
|
Das Läutern, das ist
das Trennen der Malzrückstände, des
Trebers, von der zuckerhaltigen
Flüssigkeit,
der Würze, ist der nächste Schritt nach
dem Maischen. Die Maische läuft vom
Maischbottich in den
Läuterbottich, über dessen Boden ein
Sieb (der Senkboden) liegt. Auf diesem
Sieb bildet sich eine hohe
Treberschicht, der Treberkuchen. Die
Flüssigkeit wird durch den Treberkuchen
gedrückt, der dabei
selbst als Filterschicht wirkt, ein
Vorgang, der wiederholt werden kann, um
eine klarere (eine geläuterte)
Vorderwürze zu erhalten. Verdichtet sich
der Treber dabei zu stark, dient das von
Hand zu drehende
Aufhackwerk der Lockerung.
Der abgetrennte Treber enthält noch
viele Zuckerstoffe. Durch Wasser, das auf
den Treber gegeben
wird und das dann durch den Treberkuchen,
das ist die abgefilterte, kompakte
Trebermasse, läuft,
wird dieser Zucker ausgelöst und der
Würze zugeführt. Das Aufgießen des
Wassers nennt man
Anschwänzen. Nach dem Läutern und
Anschwänzen erhalten wir den (nun
ausgelaugten) Treber und
die Würze. Die Würze besteht aus den
flüssigen Bestandteilen der Maische,
gemischt mit dem
Anschwänzwasser, das aus dem Treber den
restlichen Zucker gelöst hat. Sie
befindet sich nach dem
Läutern in der Maisch- und Würzepfanne. |
|
|
4. Würzekochen
|
Nach dem Anschwänzen
wird die Würze zusammen mit dem Hopfen
gekocht. Die Hopfengabe erfolgt
entsprechend der Rezeptur. Durch das
Kochen wird die Würze steril, die
Hopfenbestandteile,
insbesondere dessen ätherische Öle,
werden gelöst, und Eiweiße gerinnen.
Auch eine Konzentrierung
durch Verdampfen von Wasser ist ein Ziel
des Würzekochens. Die Verdampfungsrate
liegt bei den
BRAXONIA-Anlagen bei ungefähr
-10%/Stunde. |
|
|
Austrebern
|
Mit dieser Arbeit
können Sie nach dem Starten des
Würzekochens beginnen. Austrebern
heißt, den
ausgelaugten Treber aus dem
Läuterbottich zu entfernen. Sie werden
verblüfft sein, wie einfach und
sauber diese sonst bei Hobbybrauern recht
unbeliebte Tätigkeit bei der Braxonia
ausführbar ist. Bei den
kleinen Anlagen genügt ein Handgriff. |
|
|
5. Heißtrubabscheidung
|
Nach dem Kochen der
Würze sind in dieser viele Hopfenreste
und auch die geronnenen Eiweiße
enthalten. Man nennt diese Teilchen den Heißtrub, der entfernt werden
muss. Zu
diesem Zweck wird
der Läuterbottich durch Einbau einer
Zwischenplatte zum Whirlpool umgebaut. Um
das Whirlpoolprinzip
zu verstehen, rühren sie einfach mal in
einer flachen Tasse Tee, in der sich
einige Teeblättchen befinden.
Die Teeblättchen werden sich im Zentrum
der Drehbewegung sammeln, so auch beim
Whirlpool. Die
heiße Würze läuft in den Whirlpool
tangential ein, wodurch sie in eine
Drehbewegung versetzt wird. Nach
Abklingen der Drehbewegung hat sich der
Trub in der Mitte am Boden abgesetzt, und
die saubere Würze
wird am Rand abgezogen, wobei sie wieder
in den Würzebottich zurückgefördert
wird. |
|
|
6. Würze kühlen
|
Die klare Würze wird
dann gekühlt. Sie durchläuft eine
zweistufige Kühlkette, zuerst einen
Wasserkühler,
dann ein Eisbad. Bei der Kühlung wird
der von der Kältemaschine erzeugte
Eisvorrat verbraucht. Das
durch den Wasserkühler laufende
Trinkwasser wird erwärmt zurückgewonnen
und kann für einen
nachfolgenden Prozess oder für das
Reinigen dienen.
Die Kühlung muss schnell erfolgen, um
insbesondere die Phase zwischen +40°C
und +10°C, bei der die
Würze durch die Aufnahme von
Verunreinigungen aus der Umgebung
gefährdet ist, schnell zu durchlaufen.
Erreicht wird eine Kühlgeschwindigkeit
um -1K/min, wie in großen Brauereien. |
|
|
7. Kalttrubabscheidung
|
In der gekühlten
Würze haben sich wieder Trubteilchen
gebildet, die bei einem erneuten
Durchlauf durch
den Whirlpool abgeschieden werden
können. Auch kann ein Filterboden
eingelegt und durch diesen die
Würze unter Druck gefiltert werden. |
|
|
8. Hefe vorbereiten
|
Hefe kann von einer
Brauerei bezogen werden, aber auch
Trocken-Bierhefen oder spezielle
Packungen,
in denen Hefe und eine Nährlösung auf
Druck zusammengebracht werden, sind mit
Erfolg anwendbar.
Beachten Sie die Gebrauchsanleitungen zu
diesen Hefen, die z.T. schon einige Tage
vor der Verwendung
aktiviert werden müssen. |
|
|
9. Anstellwürze bereiten
|
Die Anstellwürze
ergibt sich aus der gereinigten und
gekühlten Würze. Um der Hefe gute
Startbedingungen zu bieten, muss etwas
Sauerstoff in die Würze. Dazu wird die
in die Gär- und
Lagertanks gefüllte Würze über ein
Sterilfilter mit Luft angereichert. Dies
ist der einzige Moment, in dem
der Brauer gern Sauerstoff an den Prozess lässt, sonst versucht er immer, wenig
Sauerstoff in die
Flüssigkeiten zu bringen. |
|
|
10. Anstellen
|
Die Anstellwürze ist
dann für die Zugabe der Hefe bereit.
Dieses Zugeben von Hefe heißt in der
Brauersprache Anstellen. Das Anstellen
erfolgt bei der Anstelltemperatur, die
für ober- und untergärige
Hefen unterschiedlich sein kann. Die Hefe
wird dazu vorbereitet und zur Würze
zugegeben.
Dann verschließen Sie den Lagertank und
warten gespannt auf das Einsetzen der
Gärung. Vorher füllen
Sie noch ein wenig Würze in einen
offenes Gefäß und fügen dieser Würze
einen Hefeüberschuss zu.
Schütteln Sie diese Würze. Die Gärung
wird bei Raumtemperatur sehr bald
einsetzen. Das entstehende
"Bier" hat zwar geschmacklich
herzlich wenig mit dem künftigen
Ergebnis zu tun, aber wir können mit
dieser Probe den erreichbaren
Endvergärungsgrad feststellen. Damit ist
der Sudprozess beendet, die
Anlage wird noch einmal gereinigt (Spülen
und Auffüllen mit Wasser, in das etwas
Desinfektionsmittel
gegeben wird) und steht dann sofort
wieder nach Spülen mit Klarwasser für
einen neuen Sudvorgang zur
Verfügung. |
|
|
11. Gärung
|
Die Hefen beginnen,
den Zucker der Würze in Alkohol und
Kohlendioxid zu zerlegen. Bei der
Druckgärung (geschlossene Tanks wie sie
vorzugsweise in BRAXONIA-Gärkellern
angewendet wird)
entsteht dabei ein Druck, der sich an
einem Druckmessgerät (Manometer) ablesen lässt und der konstant
gehalten wird (dazu dient der
Spundapparat).
Sie können den Gärvorgang durch
Messungen der Würzedichte (Spindeln) und
Beobachtung der
Gäraktivität (Zahl der Blasen pro Zeit
am Spundapparat) verfolgen. |
|
|
12. Abziehen der Hefe
|
Nach der Hauptgärung
folgt das Abziehen der Hefe, was bei den
verwendeten Lagertanks durch
Umfüllen in einen leeren Tank oder in
ein Fass (Keg) sehr einfach erfolgt. |
|
|
13. Reifen
|
Anschließend muss das
Bier reifen, so ca. zwei Wochen und auch
mehr. Je länger die Reife dauert
(je länger Sie Ihren Durst zügeln
können), desto feiner wird das Bier.
Voraussetzung für längere
Lagerzeiten ist ein sehr sauberes Brauen,
wozu die Braxonia-Anlagen alle
Voraussetzungen bieten. |
|
|
14. Filtern
|
Wer ein klares Bier
wünscht, kann es filtern oder klären.
Das erfolgt durch Umfüllen mittels Druck
von
einem Behälter in einen anderen über
ein zwischengeschaltetes Filter. Dazu
kann ein Spezialfilter geliefert
werden, das jeweils nach Reinigung und
Desinfizierung mehrmals verwendbar ist. |
|
|
15. Ausschenken
|
Dann endlich ist der
große Augenblick gekommen!! Das Bier
kann ausgeschenkt werden!
Selten wird Ihnen ein Bier so gut
schmecken wie das selbstgebraute! |
| zurück |
|
|